Die goldenen Zeiten sind auch für Computerfachleute vorbei

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Erschienen in den Oberösterreichischen Nachrichten am 23.5.2009

LINZ. Für Programmierer und andere Computerfachleute ist es nicht mehr so leicht, einen Job zu finden. Bei den Gehaltsvorstellungen müssen die Spezialisten deutliche Abstriche machen.

Von Ulrike Rubasch

Die Zeiten, als Programmier-Profis beim Einstellungsgespräch frech nach der Firmenkreditkarte fragten, sind definitiv vorbei. Nach wie vor gibt es de facto in der Computerbranche zwar mehr offene Stellen als Bewerber, “aber die Situation hat sich entspannt”, sagt der Fachgruppenobmann der WKOÖ, Wilfried Seyruck, aus Arbeitgebersicht.

“Es sind auch wieder sehr gute Leute zu haben. Und die Gehaltsvorstellungen sind nicht mehr so überzogen”, sagen die Geschäftsführer des kleinen Linzer IT-Unternehmens Catalysts, Christoph Steindl und Christian Federspiel. Wie gut ein Programmierer ist, lässt sich übrigens im “härtesten Programmierwettbewerb Österreichs”, den Catalysts ausrichtet, feststellen.

Dennoch ist der Fachkräftemangel noch nicht überwunden, Spezialisten etwa für SAP und .net (sprich: dotnet) sind gefragt, so der Wiener Personal-Berater Peter Marsch.

Hunderte hochqualifizierte IT-Fachleute kamen kürzlich im Zuge großer Konsolidierungswellen (wie bei Siemens PSE) auf den Markt. Diese können ihr hohes Gehaltsniveau derzeit kaum aufrechterhalten. Überhaupt seien jetzt die Gehälter eingefroren, so Eva M. Bertsch, Geschäftsführerin des Personalberaters Jenewein& Partner in Oberösterreich. Sie empfiehlt Computerfachleuten aktuell, nicht zu kündigen, bevor nicht ein fixer Job in der Tasche ist.

“Momentan ist es unvorsichtig, zu pokern.” Und den neuen Arbeitgeber sollte man sich sehr genau ansehen. “Eine Firma, der es bis gestern gut ging, geht es vielleicht morgen ganz anders”, spricht sie die neuerdings oft unerwarteten Vorgänge auf den internationalen Finanzmärkten an.

“Wir merken einen massiven Anstieg an Blindbewerbern, nehmen aber keine Mitarbeiter auf”, spürt Herbert Parnreiter, Chef der Linzer “Industrie Informatik”, die Wirtschaftskrise. Speziell für junge Informatiker ist der Einstieg schwierig.

Andere IT-Bereiche wiederum profitieren von der Krise, wie die Banken-EDV. Auf Grund strengerer Risikovorschriften benötigen die Geldinstitute dringend gute Computerleute.

Die Besten gesucht

LINZ. Am 5. Juni findet an der Linzer Uni “der härteste Programmierwettbewerb Österreichs” statt . Willkommen sind Jungprogrammierer und alte Hasen, die sich messen wollen. Interessant: Die Vorjahressieger konnten ihre Platzierung positiv für Gehaltsverhandlungen einsetzen. Auch für Arbeitgeber ist das Test-Programm eine gute Hilfe, die Qualität ihrer Programmierer einzuschätzen.

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