Catalysts beim Finale der Challenge24

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Ein etwas längerer Bericht über die Teilnahme des Teams von Catalysts beim Finale des internationalen Extrem-Programmierwettbewerbs Challenge24 2012 in Budapest, Ungarn. Das Team hat sich bereits im Vorfeld in einem 5-stündigen Qualifikationswettbewerb den 10. Platz (von über 200 teilnehmenden Teams zu je 3 Personen) geholt. Die 30 besten Teams der Qualifikationsrunde wurden zum Finale nach Budapest eingeladen.

Anreise/Setup

Freitag gegen Mittag ging unsere Reise nach Budapest los. Im überfüllten RailJet (wo in St. Pölten auf Grund der Überfüllung Reisende wieder aussteigen mussten) machten wir die restlichen Vorbereitungen. Wir implementierten in den 5 Stunden eine Multiplayer-Tetris-Spiel. Wolfgang baute den Server, Thomas und Dominik bauten die Clients (mit mehr oder weniger Intelligenz). Da der Zug etwas verspätet war nahmen wir gleich ein Taxi direkt zur Challenge24-Location (BME i-Building der Universität Budapest) und bauten dort unser mitgebrachtes Netzwerkequipment auf.
Catalysts Team vor dem BME i Gebäude bei der Challenge24

Nach ein paar kurzen Netzwerktests (Können wir UDP-Broadcasts auf Port 4242 empfangen) gings um 19 Uhr zum Hotel, wir besuchten ein Restaurant und waren brav um 22 Uhr im Bett, um noch etwas Schlaf zu tanken. Immerhin sollten wir ja am nächsten Tag 24 Stunden durchgehend programmieren.

Der Bewerb – 24 h

Um halb 8 in der Früh waren wir wieder an der Uni. Dort gabs für die Teilnehmer ein Frühstück, eine kürzere Eröffnungszeremonie und dann gespanntes Warten bis um 9 Uhr die Angaben digital und in ausgedruckter Form zur Verfügung gestellt wurden. Der Internetzugang wurde für alle Teilnehmer abgeschaltet.

09:00 Wir nahmen uns etwa 30 Minuten Zeit um die Angaben der 13 Beispiele gemeinsam durchzulesen, technisch zu bewerten und anschließend zu verteilen.

Die Beispiele konnte man in 2 Gruppen einteilen:
– Interaktive Beispiele: Live-Kommunikation mit einem zentralen Server ist nötig.
– Algorithmische Beispiele: Eine Brute-Force-Lösung wird selbst auf schnellen Rechnern nicht in 24 Stunden Rechenzeit fertig.

Da es 3 interaktive Beispiele gab, bei denen man live mit einem Server kommunizieren musste und über die gesamte Laufzeit des Contests Punkte sammeln konnte, starteten wir mit diesen, recht großen, Beispielen. Das zeigte sich auch im Ranking der ersten Stunden recht deutlich: Wir waren die ersten 15 Stunden durchgängig recht weit hinten platziert.
Catalysts Team bei der Challenge24
Catalysts Team bei der Challenge24

16:00 Nachdem wir aber die interaktiven Beispiel so weit hatten, dass sie ohne viel weiteres Zutun Punkte für uns sammelten, stürzten wir uns auf die restlichen Aufgaben und holten so recht schnell 5 Plätze auf. Die Zeit verging dabei wie im Flug. Es war sehr schnell Mittag (so schnell, dass wir aufs Mittagessen vergessen haben). Am Nachmittag nahmen wir uns die 5 Minuten für einen kurzen Snack und plauderten kurz mit den anderen Teams.

21:00 Im Nu wurde es draußen finster, die Räume wurden auch dann trotz der offenen Fenster nicht wirklich kühler. Wolfgang und Dominik putschten sich mit Red Bull und mitgebrachten Energieriegeln auf.

00:00 In den Stunden nach Mitternacht waren wir offenbar am produktivsten, wir schafften eines der Beispiele zu zweit in unter einer Stunde. Teilnehmer anderer Teams versuchten sich an Power-Naps auf Couches und Sitzsäcken.

03:00 Wir spürten langsam, dass unsere Gehirne schon ziemlich überanstrengt waren. Alleine das Finden von passenden Variablennamen war schon schwierig.

05:00 (?) In den Morgenstunden wurde überraschend noch ein 14. Beispiel nachgereicht – “Keuzworträtsel bauen”.

06:00 Alle Teams mussten raus und vor dem Gebäude antreten. Morgengymnastik mit der energiegeladenen (weil ausgeschlafenen) Anita stand am Programm. Für alle Teilnehmer waren es 15 verlorene Programmierminuten :(. Nach ein bisschen Herumhüpfen, Dehnen und Hampelmännchen durften wir wieder hineinlaufen und weiterhacken.
Aufwachen mit Turnübungen

08:00 In der letzten Stunde wurden die Rankings nicht mehr aktualisiert. Uns war nur bekannt, dass wir um 8 Uhr den 25. Platz hatten. Wir wussten aber auch, dass wir von zwei interaktiven (Bei-)Spielen noch SEHR viele Punkte erwarteten (wir waren in einem Spiel auf dem 2. Platz, beim zweiten Spiel auf dem 7. Platz). Zudem konnten wir in der letzen Stunde noch ein paar bereits aufgegebene Beispiele lösen (plötzlich sah alles so einfach aus – nur die Zeit fehlte).

Hier ein Video des Airhockey-Spiels:

09:00 Ende des Contests. Verschnaufpause für die Teilnehmer, noch wusste keines der Teams die finalen Rankings. Wir nahmen uns ein Taxi um uns in den 2 Stunden bis zur Preisverleihung frisch zu machen. Andere Teams schliefen auf den Couches ein (hier zB das zweite österreichische Team).
IOI Team Sleeping

11:00 Preisverleihung. Wir erwarteten uns, in der letzten Stunde noch ein paar Plätze aufgeholt zu haben. Die Hoffnung war, dass wir den 22. Platz holen. Schlussendlich machten wir jedoch sogar den 19. Platz und waren somit im Mittelfeld und das beste Team aus Österreich. Gewonnen hat ein Team aus Russland, vor einem Team aus Südafrika. Die Südafrikaner haben – so wie wir – in der letzten Stunde viele Plätze gutgemacht. Für das Siegerteam gab es diesmal einen ganz besonderen “Silverring”
Challenge24 Silver Ring

12:00 Nach knapp 29 Stunden auf den Beinen gab es noch ein gemeinsames Mittagessen mit allen Teilnehmern. Anschließend spielten wir noch ein bisschen (analoges) Tischfussball mit anderen Teams und den Veranstaltern.

14:00 Mit dem Taxi gings zurück zum Bahnhof. Diesmal kostet es weniger als ein Drittel von dem, was wir am Tag der Anreise für die gleiche Strecke bezahlt haben.

Lessons Learned

  • Wenn man sich in einem Beispiel verrannt hat, dieses Beispiel sein lassen und das nächste Beispiel nehmen. Vielleicht kommt irgendwann die Idee fürs erste Beispiel und man kann weitermachen.
  • Probleme visualisieren – Probleme kann man einfacher lösen wenn man sie “sieht”.
  • In Budapest kann man fast überall mit Euro bezahlen
  • Kein Taxi direkt am Bahnhof in Budapest nehmen. Die sind unverschämt teuer.
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